Erst der Inhalt, dann die Optik
Eine gut gestaltete Speisekarte beginnt nicht mit Schriften und Farben, sondern mit der Frage, was auf die Karte gehört. Welche Gerichte bestellen Ihre Gäste tatsächlich? Welche lohnen sich für Ihre Küche, und welche machen nur Arbeit? Wer diese Fragen vorab klärt, hat später eine Karte, die zur Küche passt und sich leicht pflegen lässt.
Nehmen Sie Ihre aktuelle Karte zur Hand und markieren Sie Gerichte, die selten bestellt werden, die viele Einzelzutaten brauchen oder die im Service oft erklärt werden müssen. Das ist die Grundlage für alle folgenden Schritte, egal ob die Karte gedruckt oder digital erscheint.
Kategorien und Reihenfolge
Gäste lesen eine Karte in der Reihenfolge, in der sie essen. Die klassische Gliederung folgt deshalb dem Ablauf einer Mahlzeit:
- Tagesangebot oder Mittagstisch, falls vorhanden
- Vorspeisen, Suppen und Salate
- Hauptgerichte, bei Bedarf unterteilt nach Fleisch, Fisch und vegetarisch
- Beilagen und Extras
- Desserts
- Getränke, oft als eigener Teil
Wählen Sie Kategorienamen, die Gäste sofort verstehen. „Aus dem Ofen“ funktioniert in einer Pizzeria, „Pasta“ versteht jeder. Zu viele kleine Kategorien machen die Karte unruhig; eine Kategorie mit nur einem Gericht ist meist ein Zeichen, dass sie in eine andere gehört. Branchentypische Beispiele finden Sie auf den Seiten für Restaurants, Pizzerien und Cafés.
Umfang: lieber übersichtlich als vollständig
Eine lange Karte wirkt auf den ersten Blick großzügig, macht die Auswahl aber mühsam. Für die Küche bedeutet jedes zusätzliche Gericht mehr Vorrat, mehr Vorbereitung und mehr Reste. Eine feste Zahl, die für jeden Betrieb passt, gibt es nicht. Maßstab ist, was Ihre Küche in Stoßzeiten zuverlässig in gleicher Qualität schafft.
Saisonale Gerichte und wechselnde Angebote können Sie als eigene Kategorie führen. So bleibt die Stammkarte ruhig, und Neues fällt trotzdem auf.
Gerichtnamen und Beschreibungen
Der Name sagt, was es ist; die Beschreibung sagt, wie es ist. „Schweinerücken“ allein lässt offen, ob gebraten, geschmort oder paniert. „Schweinerücken, rosa gebraten, mit Rahmwirsing und Kartoffelpüree“ beantwortet die Fragen, die sonst beim Service landen.
- Konkret statt blumig: Zubereitung, Hauptzutaten und Beilagen nennen. Wörter wie „köstlich“ oder „traumhaft“ ersetzen keine Information.
- Fantasienamen erklären: Ein Hausname wie „Teller des Chefs“ braucht eine Zeile, was darauf liegt.
- Herkunft nur, wenn sie stimmt: „vom Hof aus der Region“ nur schreiben, wenn Sie den Lieferanten nennen können.
- Kurz halten: Eine bis zwei Zeilen genügen. Was darüber hinausgeht, kann der Service erzählen.
Preise klar darstellen
Preise stehen direkt beim Gericht, in einheitlichem Format und immer als Endpreis. Nach § 13 Absatz 5 der Preisangabenverordnung müssen die Preise im Preisverzeichnis einer Gaststätte „das Bedienungsgeld und alle sonstigen Zuschläge einschließen“. Die IHK Dortmund nennt außerdem Angaben mit „von bis“, „ca.“ oder „ab“ als unzulässig (IHK Dortmund: Preisangaben im Gastgewerbe).
Praktisch heißt das: Gibt es ein Gericht in zwei Größen, bekommt jede Größe ihren eigenen Preis. Extras wie eine zusätzliche Beilage stehen mit Preis in einer eigenen Kategorie, damit der Gast vorher weiß, was sie kosten.
Achten Sie auf ein einheitliches Format: überall zwei Nachkommastellen, überall dieselbe Schreibweise. Eine Karte, in der „9,5“, „9.50 €“ und „9,50 Euro“ nebeneinander stehen, wirkt unfertig. In der digitalen Karte von Speisekarte OnQR werden alle Preise automatisch gleich dargestellt, mit Komma, zwei Nachkommastellen und Eurozeichen.
Allergene und Zusatzstoffe kennzeichnen
Über die 14 Hauptallergene müssen Gäste auch in der Gastronomie informiert werden. Dazu zählen laut Lebensmittelklarheit, dem Portal der Verbraucherzentralen: glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesam, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupinen und Weichtiere. Die Information kann schriftlich erfolgen, etwa auf der Speisekarte, oder mündlich. Bei mündlicher Auskunft braucht es einen Hinweis im Gastraum und eine schriftliche Dokumentation, die Gäste auf Nachfrage einsehen können.
Zusatzstoffe werden ebenfalls kenntlich gemacht, zum Beispiel mit „mit Farbstoff“ oder „mit Konservierungsstoff“ (Kennzeichnung unverpackter Waren). Verbreitet ist eine Kennzeichnung mit Buchstaben oder Ziffern am Gericht und einer Legende auf der Karte. Grundlage sind Ihre Rezepturen und die Angaben Ihrer Lieferanten; ändert sich ein Rezept, muss auch die Kennzeichnung angepasst werden.
Hinweis: Diese Seite fasst öffentlich zugängliche Quellen zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Für Allergene, Zusatzstoffe und Preise auf Ihrer Karte sind Sie als Betrieb verantwortlich. In Speisekarte OnQR sind die 14 Hauptallergene und Zusatzstoffe je Gericht hinterlegbar; eine rechtliche Prüfung der Angaben übernehmen wir nicht.
Vegetarisch und vegan markieren
Viele Gäste suchen gezielt nach Gerichten ohne Fleisch oder ohne tierische Zutaten. Markieren Sie diese einheitlich und prüfen Sie dabei die Details: Brühe, Gelatine, Honig, Butter oder Käse mit tierischem Lab machen aus einem scheinbar vegetarischen oder veganen Gericht schnell etwas anderes.
In der digitalen Karte von Speisekarte OnQR können Gäste nach „nur vegetarisch“ und „nur vegan“ filtern. Ein Filter für glutenfrei oder laktosefrei ist nicht vorgesehen.
Mehrsprachige Speisekarte
Wenn Sie viele internationale Gäste haben, lohnt eine Übersetzung von Gerichtnamen, Beschreibungen und Kategorien. Regionale Spezialitäten dürfen ihren Originalnamen behalten; eine kurze Erklärung in der jeweiligen Sprache hilft mehr als eine wörtliche Übersetzung. Maschinelle Übersetzungen sollten Sie von jemandem prüfen lassen, der die Sprache und die Küche kennt.
In Speisekarte OnQR wechseln Gäste die Sprache direkt auf der Karte. Wie viele Sprachen möglich sind, hängt vom Paket ab; die Übersetzungen werden von Hand gepflegt.
Besonderheiten der Café-Karte
Eine Café-Karte folgt weniger dem Ablauf einer Mahlzeit als der Tageszeit. Bewährt hat sich diese Gliederung:
- Frühstück: Frühstücksangebote mit Uhrzeit im Kategorienamen oder in der Beschreibung, etwa „Frühstück bis 11:30 Uhr“.
- Kuchen und Torten: Die Auswahl wechselt oft täglich. Legen Sie Ihre Sorten einmal an und blenden Sie ein, was heute in der Theke steht.
- Kaffeespezialitäten: Espresso, Cappuccino, Flat White und Filterkaffee mit kurzer Beschreibung. Größen bekommen je einen eigenen Eintrag mit Preis, ebenso ein Aufpreis für Pflanzendrinks, der in einer Kategorie „Extras“ stehen kann.
- Weitere Getränke: Tee, Schokolade, Säfte, Limonaden und gegebenenfalls Wein oder Sekt. Wie Sie diesen Teil aufbauen, lesen Sie im Ratgeber Digitale Getränkekarte.
Bei Kuchen und Backwaren sind Allergene besonders häufig: Gluten, Eier, Milch und Schalenfrüchte stecken in vielen Rezepten. Weitere Beispiele zeigen die Seiten für Bäckereien und Eisdielen.
Was bei einer digitalen Karte anders ist
Eine digitale Speisekarte wird auf dem Smartphone gelesen, also auf einem schmalen Bildschirm, meist mit einer Hand. Das verändert einige Gestaltungsregeln.
| Thema | Gedruckte Karte | Digitale Karte |
|---|---|---|
| Überblick | Doppelseite zeigt vieles auf einmal | Eine Spalte, Gäste springen über die Kategorien |
| Beschreibungen | Platz ist durch das Papierformat begrenzt | Kurz halten, damit Gäste nicht lange scrollen |
| Bilder | Kosten Platz und Druckfläche | Ein Bild pro Gericht möglich |
| Aussehen | Frei gestaltbar, Kosten für Satz und Druck | Logo, Name und eine Akzentfarbe; Aufbau nach Ihren Kategorien |
| Gericht fällt weg | Streichen oder nachdrucken | Per Schalter ausblenden |
| Neuer Preis | Neue Karte oder Aufkleber | Im Pflegebereich ändern und veröffentlichen |
Bilder wirken nur, wenn sie scharf, hell und aktuell sind. Wenige gute Fotos sind besser als viele dunkle. Wie Gäste die Karte per QR-Code öffnen und wo der Code am besten steht, erklärt der Ratgeber QR-Code-Speisekarte erstellen. Ob eine App oder eine Web-Karte besser passt, lesen Sie unter Digitale Speisekarte: App oder Web-Karte?
Checkliste vor der Freigabe
- Sind alle Kategorien in der Reihenfolge, in der Gäste bestellen?
- Hat jedes Gericht einen eindeutigen Namen und eine kurze, konkrete Beschreibung?
- Stehen alle Preise als Endpreise da, jede Größe und jedes Extra mit eigenem Preis?
- Sind Allergene und Zusatzstoffe je Gericht geprüft und aktuell?
- Stimmen die Markierungen für vegetarisch und vegan?
- Sind Übersetzungen vollständig und von jemandem gegengelesen?
- Passt alles, was auf der Karte steht, zu dem, was die Küche heute liefern kann?
Was wir übernehmen und was nicht
Speisekarte OnQR ist eine digitale Karte. Gedruckte Papier-Speisekarten gestalten und drucken wir nicht, und das Schreiben Ihrer Texte ist keine Leistung unserer Pakete. Wir richten Ihre digitale Karte mit Ihren Inhalten ein: Name, Logo, Akzentfarbe und Ihre Kategorien, dazu Gerichte, Preise, Allergene und Zusatzstoffe nach Ihren Angaben. Sie prüfen den Prototyp und geben ihn frei; online ist die Karte in der Regel 5–7 Arbeitstage, nachdem alle Inhalte vorliegen.
Der Anbieter, Marcel Schönfelder, sitzt in Dresden. Vor-Ort-Termine in Dresden sind nach Absprache möglich, mehr dazu auf der Seite Speisekarte OnQR in Dresden. Betriebe an anderen Orten betreuen wir per Telefon und E-Mail. Welches Paket zu Ihrer Karte passt, sehen Sie bei den Paketen und Preisen.